Sonstige Aktivitäten: Mitglied und Auftritte in
verschiedenen Formationen, u.a. ehemals mit `Yaawarmal´ und `Bakatu´, Veranstalterin d. `Kleinen Afrofest´ in Hildesheim, Leitung & Organisation von ‚Nacht der
Trommel’, sowie von dem Kulturprojekt `Pfingst-Afrika´.
Aktuell aktives Mitglied sowie Leiterin des
- Hannoverschen Tanz- & Trommelensembles AKOSIA.
- dem Duo ABENA-KOJO
Man kann uns engagieren !

Trommeln & Tanzen erlernte ich bei LehrerInnen des `National Ghana Dance
Ensemble´ in Legon, an der University of Ghana,
bei Kofi Missiso, dem Kalifi-Ensemble,
der Gruppe ODJA, Aikins Hyde, Angelina Akpovo,
Puma Hoberg, sowie in zahlreichen Workshops und Kursen anderer.
Ich bilde mich stetig weiter und bleibe im engen Kontakt mit der westafrikanischen Trommel- & Tanzkultur.
Seit mehreren Jahren bilde ich mich weiter bei Emmanuel Gomado (siehe Foto
links) mit dem ich auch gemeinsame Workshops veranstalte !
Kann man eigentlich leben vom Trommeln & Tanzen ?
Abena Hannah Flemming will es wenigstens versuchen, denn genau das ist ihre Leidenschaft !
Seit 10 Jahren unterrichtet die Diplom Kulturpädagogin bereits Afrikanisch Tanzen & Trommeln – und ist noch kein bisschen müde.
Die Leidenschaft hierfür packte sie während ihres Auslandssemesters in Ghana.
„Ich war bereits vorher einmal 1989 in Ghana für 2 Monate, um Workcamps
mitzumachen“, so erzählt sie. „Ich war viel unterwegs, habe mit den Leuten gearbeitet, in Dörfern gelebt, den Westen und Norden kennen gelernt. Die letzten Tage vor dem
Abflug war noch ein wenig Geld übrig – und das habe ich investiert in zwei Unterrichtsstunden bei Kofi Missiso, um ein wenig Trommeln zu lernen.“
Damals wusste sie noch nicht, dass dieser Mann mit Abstand einer der
besten Trommler ĂĽberhaupt in Ghana und ganz nebenbei auch ein Leiter eines der dortigen National Ensembles fĂĽr traditionelles Trommeln & Tanz war !
Seine abschließenden Worte damals: ‚You will learn it!’
Und so nahm ihr Werdegang seinen Lauf...
„Ich fand heraus, dass man in Ghana Afrikanisch Tanzen & Trommeln studieren kann, und so entschloss ich mich, die
Chance eines Auslandssemesters zu nutzen.“
In diesem Âľ Jahr lernte sie den Alltag, die Schwierigkeiten und die Kultur dieses Landes intensiv kennen. Dazu
gehörte z.B. dass Busse erst fahren, wenn sie voll sind, dass Trommellehrer mal nicht zum Unterricht erscheinen –
z.B. weil es einige Stunden vorher geregnet hatte und sie ihr Dach reparieren mussten...
„Zeit ist hier noch immer eine andere Dimension. Man hat einfach Zeit, man wartet auf andere bis sie da sind – egal wie lange das
dauert – und nichts ist wirklich planbar, zumindest nicht so wie bei uns !“
Die Offenheit und die soziale Betroffenheit der ghanaischen
Bevölkerung beeindruckte die damalige Studentin ganz besonders. „Ich war einmal dabei, wie zwei streitende Männer sich auf offener Straße zu prügeln versuchten. Sie hatten keine
Chance dazu, weil sich sofort alle Umstehenden einmischten, sie auseinander zogen und zu schlichten versuchten !“
Etwas, was hierzulande leider gar nicht so selbstverständlich ist.
Doch ihre Auslandserfahrungen haben Abena Hannah Flemming keineswegs zum Abheben gebracht. Kaum zurĂĽck,
begann sie das Erlernte an der Hildesheimer Universität, und später in Workshops und Kursen weiter zu geben. Sie selbst bildet sich fortlaufend weiter bei ghanaischen LehrerInnen.
„Man muss den Kontakt halten“, so betont sie. „Nicht zuletzt um selber immer wieder diese Faszination der
westafrikanischen Tanz-& Musikkultur zu erleben - und natürlich um korrigiert zu werden, wenn sich Nachlässigkeiten einschleichen.
Das ist dasselbe wie wenn man eine Fremdsprache erlernt hat und diese unterrichtet. Man muss immer wieder in das
Ursprungsland und das Original hören.“
Aber wie kommt es, dass eine Kulturpädagogik-Studentin, die
eigentlich Querflöte und Gesang studiert hat, auf die Trommel kommt ?
„Ja das ist schwer zu beschreiben,“ so lacht Abena,“ aber es
war wirklich so: die Trommel kam zu mir.
Sie ist ein Gruppeninstrument, man erlernt sie nur durch
Zuhören und nicht über Noten. Und die Kombination aus den verschiedenen Grundschlägen und damit erzeugten Tonhöhen ergeben Melodiestimmen, die parallel gespielt einen
mitreiĂźenden Rhythmus ergeben. Beim Trommeln hat man einfach SpaĂź, vor allem mit anderen zusammen !
Das hatte ich persönlich leider nie mit meinem Leistungsinstrument Querflöte.“
Und wie kam es zum Tanzen ?
„Ich halte mich nicht für eine typische Tänzerin“, so erzählt sie. „Ich habe nie viel mit Tanzen zu tun gehabt und
hatte auch nie Spaß daran. Aber in Ghana habe ich immer in meinen Unterrichtspausen den Tänzerinnen zugeschaut, bis sie mich
aufgefordert haben, mitzumachen – und meinten, ich sei durchaus talentiert.
Damit meinten sie vor allem, dass ich mich natĂĽrlich bewegte
und nicht durch Kunsttänze wie z.B. Ballett oder Jazzdance verbildet war, welche bestimmte, eher künstliche Körperhaltungen vorschreiben. Die natürliche Bewegung ist die
Grundlage des Afrikanischen Tanzes, ebenso wie auch das Tanzen in der Gemeinschaft – denn da tanzen alle, egal ob jung oder alt, dick oder dünn, Mann oder Frau.“
Seit 1994 unterrichtet Abena Hannah Flemming – deren
KünstlerInnenname übrigens ‚am Dienstag Geborene’ bedeutet, denn in Ghana bekommen alle einen zusätzlichen Namen für den Wochentag verliehen, an dem sie geboren worden sind –
bereits in Workshops und in fortlaufenden Kursen Afrikanisch Trommeln & Tanzen.
„Ich habe seit 2003 neu begonnen in Bremen und umzu Kurse aufzubauen“, so bestätigt sie, “denn seit Herbst 2003
versuche ich mich per Ich-AG selbstständig zu machen.